Zur MPU wegen Alkohol?

Für Menschen, die wegen Alkohol am Steuer auffällig geworden sind, steht oft die Teilnahme an einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) bevor.

In dieser Phase ergeben sich für dich zahlreiche Unsicherheiten: Fragen nach der erforderlichen Abstinenzdauer, der Dauer des Führerscheinentzugs und den Erfolgsaussichten bei der MPU sind dabei von zentraler Bedeutung.

Es ist wichtig, diese Fragen mit einer sachkundigen Person zu klären, um eine informierte und zielgerichtete Vorbereitung auf die MPU zu gewährleisten.

Wie konnte es zur Alkohol-MPU kommen?

Relevant für Autofahrende sind Promillegrenzen.

Welche Promillegrenzen gelten?

Relevant sind folgende Promillegrenzen für Autofahrende in Deutschland:

  • 0,0 Promille
  • 0,3 Promille
  • 0,5 Promille
  • 1,1 Promille
  • 1,6 Promille

Wie wird der Promillewert festgestellt?

Ich stelle durch einen freiwilligen Atem-Alkoholtest bei einer Polizeikontrolle fest, wie stark ich alkoholisiert bin.

Dabei wird geprüft, wie viel Alkohol sich in meiner Atemluft befindet, und der Wert des Atem-Alkohols wird in Milligramm pro Liter angegeben. Um einen Anhaltspunkt für den Blutalkoholgehalt bzw. die Promille zu erhalten, verdoppele ich den Atem-Alkoholwert.

Wenn ich den freiwilligen Atem-Alkoholtest verweigere oder Anzeichen für eine Alkoholisierung im strafbaren Bereich vorliegen, stellt ein Arzt oder Ärztin die Blutalkoholkonzentration (BAK) über eine Blutentnahme fest.

Muss ich ab 1,1 Promille zur MPU?

Ein Gericht entscheidet über die Strafe und die Sperrfrist, wenn die Fahrerlaubnis entzogen wird. Über die Frage, was der Fahrende tun muss, um den Führerschein wiederzubekommen, entscheidet anschließend die Fahrerlaubnisbehörde, wenn der Betroffene einen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis gestellt hat.

Wer mindestens 1,6 Promille hat, muss zur MPU.

Ab 1,6 Promille ist diese medizinisch-psychologische Untersuchung zwingend vorgeschrieben. Bei einer so hohen Promillezahl vermuten die Behörden, dass eine Alkoholgewöhnung oder ein Alkoholproblem vorliegt. Dies wird in der MPU untersucht.

Stellen die Psychologen in der MPU fest, dass du ein Alkoholproblem hast wird der Führerschein erst mal nicht wieder erteilt. Die MPU ist dann negativ. Bei einer hohen Promillezahl ist daher zu empfehlen, so früh wie möglich eine psychologische Beratung aufzusuchen und sich auf die MPU gründlich und gut vorzubereiten.

Aber auch wenn du mit 1,1 bis 1,59 Promille am Steuer erwischt wirst, kann es sein, dass du zur MPU musst. Das passiert, wenn du keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen, wie z. B. undeutlich Sprechen, Torkeln oder Schlangenlinienfahren zeigst. Denn das Fehlen von alkoholtypischen Ausfallerscheinungen legt nahe, dass dies ein Anzeichen für Alkoholmissbrauch sein kann oder eine sonstige Tatsache darstellt, die die Annahme von Alkoholmissbrauch begründen kann.

Was heißt absolute Fahruntüchtigkeit?

Wenn ein Fahrer mindestens 1,1 Promille Alkohol im Blut hat, ist er absolut fahruntüchtig. Das bedeutet, dass es egal ist, ob der Fahrer offensichtlich betrunken aussieht oder denkt, er kann noch gut fahren. Was zählt, ist nur der gemessene Alkoholgehalt im Blut.

Wirst du mit mindestens 1,1 Promille erwischt, machst du dich strafbar.

Relative Fahruntüchtigkeit

Andererseits gibt es die relative Fahruntüchtigkeit. Das bedeutet, wenn ein Fahrer zwischen 0,3 und 1,09 Promille Alkohol im Blut hat und dabei Anzeichen von schlechtem Fahren zeigt – wie zum Beispiel in Schlangenlinien fahren oder einen Unfall wegen Alkoholeinfluss verursachen – dann gilt er als relativ fahruntüchtig.

Schon ab 0,3 Promille kann es sein, dass du zur MPU musst.

Strafverfahren wegen Alkohol am Steuer?

Wird jemand von der Polizei dabei erwischt, wie er betrunken Auto fährt, kann diese Person versuchen, sich gegen den Vorwurf zu verteidigen. Das kann besonders dann passieren, wenn sie einen Bußgeldbescheid oder einen Strafbefehl bekommt.

Wenn man mit der Strafe nicht einverstanden ist, kann man gegen beide Schreiben Einspruch einlegen.

Wenn man das macht, sollen Richter darüber entscheiden, was passieren soll und wie hoch die Strafe sein soll.

Über die MPU entscheidet aber die Führerscheinstelle deines Wohnortes.

Brauche ich eine Abstinenz oder reicht kontrolliertes Trinken?

Wenn du zur MPU muss wegen Alkohol, musst du wahrscheinlich eine Abstinenz nachweisen.

In einigen Fällen ist Abstinenz erforderlich. Dann benötigst du Abstinenzbelege, um eine MPU erfolgreich zu bestehen.

Sollst du wegen eines Alkoholdelikts zur MPU, solltest du dich auf alle Fälle beraten lassen. Du musst wissen, ob du Abstinenznachweise benötigst oder nicht.

Falsche Empfehlungen führen oft dazu, dass die Betroffenen durch überflüssige Abstinenznachweise unnötig Zeit und Geld verlieren.

Hier gibt die BAST klare Empfehlungen. Bitte sprich mich gerne unverbindlich an.

Voraussetzungen für eine Alkohol MPU

In einem vertraulichen Gespräch mit mir kannst du herausfinden, welche Voraussetzungen für deine Alkohol MPU erforderlich sind. Und hier geht es dann auch um eine erforderliche Abstinenzzeit.

Mit deinen Antworten auf Fragen aus den gültigen Beurteilungskriterien kann ich dir raten, ob du eine Abstinenz benötigst oder nicht. Hast du beispielsweise bereits wiederholt ohne Erfolg versucht, deinen Alkoholkonsum zu reduzieren, ist das ein Indikator dafür, dass du abstinenzpflichtig sein könntest.

Es müssen jedoch mehrere Faktoren zusammenkommen, bevor man eindeutig abstinenzpflichtig wird. Hier ist es unerlässlich, sich beraten zu lassen.

Nur ein zertifiziertes Labor darf die Kontrollen durchführen.

Fragen zur Abstinenz?

Alkoholabstinenz nachweisen für die Alkohol-MPU

Um erforderliche Abstinenznachweise zu erhalten, kannst du entweder regelmäßige Urin- oder Haaranalysen bei einem zertifizierten Labor durchführen lassen. In beiden Fällen wird deine Probe auf Ethylglucuronid (EtG) getestet. Dieser Stoff entsteht in deinem Körper nur in größeren Mengen, wenn Alkohol konsumiert wurde.

Wichtig zu wissen: Leberwerte von deinem Hausarzt können ein Abstinenzkontrollprogramm gemäß CTU-Kriterien nicht ersetzen.

Wenn Abstinenznachweise erforderlich sind, musst du an einem Kontrollprogramm (entweder über Urinanalysen oder Haaranalysen) teilnehmen.

Gerne bespreche ich das persönlich mit dir.

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