THC und THC-COOH

THC-Abbau: Nachweisdauer von THC und THC-COOH im Blut (Urin) im Zusammenhang mit der Fahrerlaubnisentziehung

Cannabis, insbesondere der rauschbewirkende Bestandteil Tetrahydrocannabinol (THC), kann im K√∂rper √ľber einen l√§ngeren Zeitraum nachgewiesen werden, was Fragen bez√ľglich der Fahreignung aufwirft. Der THC-Wert im Blut sowie der Metabolit THC-COOH spielen eine entscheidende Rolle bei einer m√∂glichen Fahrerlaubnisentziehung.

1. Der aktive THC-Wert

Der aktive THC-Wert gibt an, wie lange der letzte Cannabiskonsum zur√ľckliegt und l√§sst sich nur eine begrenzte Zeit im Blut nachweisen. Eine THC-Konzentration von mindestens 1,0 ng/ml im Blut beim F√ľhren eines Fahrzeugs erf√ľllt die Voraussetzung f√ľr die Fahrerlaubnisentziehung. Die aktuelle Rechtsprechung h√§lt an diesem Grenzwert fest, obwohl die Grenzwertkommission einen Wert von 3,0 ng/ml vorgeschlagen hat.

Die Berechnung der THC-Konzentration im Blut ist jedoch unsicher, da verschiedene Faktoren wie Konsummuster und individuelle Unterschiede eine Rolle spielen. Die Nachweisbarkeit von THC kann selbst nach 72 Stunden bei regelmäßigem Konsum bestehen.

2. Der THC-COOH-Wert

THC-COOH ist ein Abbauprodukt von THC und lagert sich im K√∂rperfett ab. Anders als der aktive THC-Wert, gibt der THC-COOH-Wert Aufschluss √ľber die H√§ufigkeit des Cannabiskonsums. Bei regelm√§√üigem Konsum kann sich THC-COOH im Fettgewebe ansammeln und wird √ľber den Urin ausgeschieden.

Uneins beim THC-COOH-Wert

Gerichte und Forschende sind sich uneinig √ľber die Werte, die auf regelm√§√üigen Konsum hinweisen.

Ein THC-COOH-Wert von 75 ng/ml in einem Zeitraum von bis zu acht Tagen kann auf regelmäßigen Konsum hindeuten. Während andere Forschende bei einem Wert von größer/gleich 40 ng/ml von regelmäßigem Konsum ausgehen (Fabritius et al). Bei einer Blutuntersuchung nach einer Drogenfahrt wird erst ab einem THC-COOH-Wert von mehr als 150 ng/ml von regelmäßigem Konsum ausgegangen.

Es gibt keine festen Fristen f√ľr den Nachweis von Cannabis im Urin. Studien zeigen, dass gewohnheitsm√§√üige Konsument*innen noch nach 77 Tagen positive Ergebnisse haben k√∂nnen.

Nachweis Konsum

Wenn nur THC-COOH nachgewiesen wird, weist dies nur darauf hin, dass bereits vor einiger Zeit ein Cannabisprodukt konsumiert wurde und es ist ausgeschlossen, dass der Nutzer noch unter dessen Einfluss steht.

Wenn sowohl THC als auch THC-COOH nachgewiesen werden, ist es dagegen sehr wahrscheinlich, dass innerhalb der letzten Stunden Cannabis konsumiert wurde. Hier entstehen rechtliche Konsequenzen f√ľr dich.

Fahrerlaubnis – rechtliche Konsequenz

  • Einmaliger Probierkonsum f√ľhrt meist nicht zur Fahrerlaubnisentziehung kann zur MPU f√ľhren
  • Gelegentlicher Konsum erfordert den Nachweis fehlenden Trennungsverm√∂gens zwischen Fahren und Konsum bei einem THC-Wert von 1,0 ng/ml oder mehr- es droht die MPU
  • Regelm√§√üiger Konsum f√ľhrt zur zwingenden Fahrerlaubnisentziehung und endet fast immer in einer MPU.

Du bist mit THC
angehalten worden

Bei einer Drogenfahrt ist es ratsam, keine Angaben zur Sache zu machen und fr√ľhzeitig einen Anwalt zu konsultieren.

Eine sofortige Einstellung des Cannabiskonsums kann dazu beitragen, einer Fahrerlaubnisentziehung vorzubeugen. Ordnungswidrigkeitenverfahren und Fahrerlaubnisverfahren sind getrennte Prozesse, selbst nach einem Fahrverbot und einer Geldstrafe kann eine Fahrerlaubnisentziehung und die MPU drohen.

MPU ist losgelöst

Wurde die Fahrerlaubnis von einem Gericht oder der zust√§ndigen Verwaltungsbeh√∂rde entzogen, versuchen die betroffenen Verkehrsteilnehmer*innen in der Regel, diese so schnell wie m√∂glich wiederzuerlangen. Allerdings kann eine Neuerteilung an bestimmte Bedingungen gekn√ľpft sein, wie etwa das Verstreichen von Sperrfristen oder die erfolgreiche Teilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU).

Die Anordnung einer MPU im Zusammenhang mit Cannabis erfolgt, wenn Zweifel an der Eignung zum F√ľhren von Kraftfahrzeugen aufgrund von Cannabiskonsum bestehen. Gem√§√ü ¬ß 11 Abs. 2 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) m√ľssen hierf√ľr spezifische Anhaltspunkte vorliegen:

Falls Tatsachen bekannt werden, die Bedenken gegen die Eignung des Fahrerlaubnisbewerbers aufgrund von Cannabiskonsum begr√ľnden, kann die Fahrerlaubnisbeh√∂rde die Beibringung eines √§rztlichen Gutachtens durch die Bewerber*innen anordnen. Diese Anordnung zur Vorbereitung von Entscheidungen √ľber die Erteilung oder Verl√§ngerung der Fahrerlaubnis oder √ľber die Anordnung von Beschr√§nkungen oder Auflagen darf nur erfolgen, wenn konkrete Anhaltspunkte gegen die Fahreignung aufgrund von Cannabiskonsum vorliegen.

Die Beurteilung der geistigen bzw. charakterlichen Eignung im Zusammenhang mit Cannabiskonsum gestaltet sich mitunter schwieriger, sodass ein gewisser Ermessensspielraum besteht. In den folgenden Fällen kann die Fahrerlaubnisbehörde unter anderem ein MPU-Gutachten im Zusammenhang mit Cannabiskonsum verlangen:

  • Erhebliche oder wiederholte, schwerwiegende Verkehrsordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Cannabiskonsum
  • Fahrten bei THC-Konzentration von h√∂her als 1,0 ng/ml
  • Aggressives Verhalten im Zusammenhang mit Cannabiskonsum
  • Straftaten im Zusammenhang mit dem Stra√üenverkehr und Cannabiskonsum
  • K√∂rperliche Abh√§ngigkeit von Alkohol und Drogen (au√üerhalb des Stra√üenverkehrs) einschlie√ülich Cannabiskonsum
  • Fahrten unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen, einschlie√ülich Cannabiskonsum

Brauchst du Hilfe?

Hast du Fragen zum Thema Strassenverkehr und Cannabis oder musst du eine MPU wegen Cannabis machen, dann kontaktiere mich gerne.

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